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Antrag für mehr ÖPNV-Marketing gestellt

| Anträge 

Die neue ÖPNV-Offensive für Friedrichshafen finden wir gut. Damit noch mehr Menschen in Friedrichshafen auf den Geschmack kommen, haben wir einen Antrag auf ein 100.000-Marketing-Budget bei der Stadtverwaltung gestellt.

„Schnell und bequem von A nach B kommen, mit netten Menschen ins Gespräch kommen und keine Parkplatzsorgen haben“, fallen Anna Hochmuth gleich mehrere Argumente fürs Busfahren in Friedrichshafen – beispielsweise nach Ailingen und zurück – ein.

„Mit Beginn des neuen Buskonzeptes hat die Stadtverkehr Friedrichshafen eine ansprechende Werbekampagne gestartet, die unbedingt fortgesetzt werden sollte“, sind sich die acht grünen Gemeinderatsmitglieder einig.

Dass in Friedrichshafen Umstiegspotenzial besteht, zeigt das Ergebnis einer Mobilitätsbefragung der „Bernard Gruppe“ vom April 2023, nach der etwa vier Prozent der Befragten den Häfler Stadtverkehr nutzen. Seit dem 1. Januar 2024 wurden die Busverbindungen verbessert, mit einem 10-Minutentakt nach Ailingen und einem 10-15-Minutentakt nach Fischbach. Auch die Anbindung an andere Ortschaften wurde mit einem Halbstundentakt optimiert. Zusätzlich wurden mehr Abendfahrten eingeführt, und moderne Busse sorgen für eine komfortable Fahrt.

„Um das Busfahren attraktiver zu gestalten, haben Bund und Land verschiedene Ticketangebote eingeführt, darunter das Deutschlandticket und das Deutschlandticket JugendBW, die preiswerte Optionen bieten. Die bodo-eCard gewährt einen Rabatt von 30% auf den Einzelfahrschein, ist übertragbar und gilt auch im Katamaran. Besonders Gelegenheitsfahrer profitieren von diesem Angebot“, sagt Anna Hochmuth. Zur Förderung der Nutzung des ÖPNV wurden 2023 die Echt Bodensee Card für Tourist:innen und die Echt Bodensee Card Home für Einheimische eingeführt, die eine kostenlose bzw. kostengünstige Nutzung des bodo-Verbundgebiets ermöglichen.

„Mit einem Marketingbudget von 100.000 Euro sollen zielgruppenspezifische Werbemaßnahmen umgesetzt werden, insbesondere mit Fokus auf Pendler:innen und Tourist:innen. Die Zusammenarbeit mit örtlichen Betrieben wird angestrebt, um die Bekanntheit des Angebots weiter zu steigern“, erklärt die Fraktionsvorsitzende das Ansinnen hinter dem Antrag und verweist auf das Beispiel Heidelberg.

Dort wurde der Busverkehr 2018 und 2019 mit einer gezielten Marketingkampagne beworben, die zu einem signifikanten Anstieg der Fahrgastzahlen führte. Konkret stiegen die Fahrgastzahlen von 2018 auf 2019 um 12 Prozent an. Dies entspricht einer Steigerung von rund 1,5 Millionen Fahrgästen innerhalb eines Jahres.

Die Marketingmaßnahmen umfassten unter anderem die Einführung neuer Ticketangebote, wie beispielsweise vergünstigte Monats- und Jahreskarten, sowie die Verbesserung der Busverbindungen und -frequenzen. Zudem stärkten gezielte Werbekampagnen in sozialen Medien und lokalen Printmedien das Bewusstsein für den öffentlichen Nahverkehr. Durch diese Maßnahmen gelang es der Stadt Heidelberg, mehr Menschen dazu zu bewegen, den Bus als attraktive Alternative zum Auto zu nutzen und somit einen Beitrag zur Entlastung des Verkehrs und zur Reduzierung von CO2-Emissionen zu leisten. „Einen ähnlichen Effekt für Friedrichshafen erwarten wir durch die beantragte Erhöhung des Marketingbudgets“, so die einhellige Meinung in der Grünen-Fraktion.

 

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Damit noch mehr Menschen auf umweltfreundliche Verkehrsmittel umsteigen, möchten die Grünen das Marketing für den ÖPNV verstärken.