„Wir sehen in der geplanten Umrüstung mit den sogenannten Road Side Units eine wesentliche Veränderung der Lichtsignalanlage“, sagt Stadträtin Stephanie Glatthaar. „Und bei wesentlichen Veränderungen von technischen Anlagen im öffentlichen Verkehrsraums bedarf es nach nationalen und europäischen Richtlinien und Rechtsvorschriften einer behindertengerechten Umrüstung.“
„Wir verstehen nicht, dass die Stadt die Chance nicht nutzt, die Ampeln sukzessive behindertengerecht auszubauen, um blinden und sehbehinderten Fußgängern eine sicherere und selbstständige Fahrbahnquerung im Sinne der Straßenverkehrsordnung zu ermöglichen“, sagt Stadträtin Regine Ankermann. Zumal es sich um eine Pflichtaufgabe der Kommune handele.
Durch mehr barrierefreie Ampeln würden die Wege durch die Stadt für die Betroffenen kürzer und sicherer. Das beträfe sowohl Einheimische, als auch die Tagestouristen und Urlaubsgäste aus dem In- und Ausland, die Friedrichshafen jedes Jahr besuchen.
Damit käme die Stadt Friedrichshafen ihrer Pflicht nach, den Schutz von behinderten Menschen im öffentlichen Verkehrsraum zu verwirklichen. „Unterbleibt diese Umrüstung, sehen wir ein hohes Unfallrisiko für blinde und sehbehinderte Fußgänger und ein hohes haftungsrechtliches Risiko für die Stadt Friedrichshafen“, so Glatthaar weiter.
Die von der Stadt angeführten Kosten lassen die Grünen nicht gelten. „‚Zu teuer" darf in einer Stadt wie Friedrichshafen kein Argument sein, wenn es um die Rechte und die Gesundheit von Menschen mit Behinderungen geht“, sind sich die grünen Gemeinderäte einig.